Withnail & I (1987)

In England ein absoluter Kultfilm, hierzulande so gut wie garnicht bekannt. Schade! Sehr schade! Für alle Skeptiker: Die 80er-Streifen haben nicht immer nur den Bud Spencer und Robocop Charme.

Handlung

Eine WG im London zum Ende der sechziger Jahre, bewohnt von zwei arbeitslosen Schauspielern. Beide verwzeifelt, hoffnungslos und die meiste Zeit des Tages drauf. Alkohol, Cannabis, Amphetamine, Medikamente – alles was geht. Nichtmal vor Feuerzeugbenzin macht Withnail halt. Der Haushalt ein Schlachtfeld der Gleichgültigkeit. Ab und an besucht sie ihr Drogendealer Danny, der Augenringe hat, die wohl in der Maske mit zwei Zentimeter dickem Kajal aufgetragen werden mussten. Um es kurz zu sagen: Die beiden sind richtig fertig. Die einzige Lösung aus der depressiven Starre: Ein Urlaub muss her! Doch nur vorhin? Na klar! Withnails reicher und nicht zu knapp histrionisch verlanlagter Onkel Monty hat doch einen Zweitwohnsitz auf dem Lande. So beschließen die beiden für ein paar ruhige Tage zum ausnüchtern und klar kommen in die Provinz zu flüchten. Spätestens bei der Ankunft wird beiden jedoch wohl klar, dass sie eigentlich Stadtkinder sind und auf dem alten Anwesen kaum überlebensfähig. Doch das ist nur das geringste Problem, wäre da nicht ein unangekündigter Besuch…

Kritik

Der Film ist eigentlich bis auf wenige Momente ein andauernder, witzig-geistreicher Dialog. Spannende Wendungen gibt es nur wenige – Action so gut wie keine. In seiner Aufmachung einem Theaterstück ähnlich besticht er vor allem durch seinen morbiden britischen Humor und die ausgezeichneten Charaktere. Kein durchschnittlicher Drogenfilm, sondern eine Gradwanderung zwischen Selbstzerstörung und Selbstironie. Ein Sinnbild der Lethargie wie es nur durch die späten Sechsziger des zwanzigsten Jahrhunderts hervorgebracht werden konnte. Der große Traum der Love & Peace Revolution ist dabei zu zerbrechen, die wahre Hippiebewegung ein Kasperletheater. Zurück bleibt nur der hoffnungslose sinnentleerte Drogenrausch und der düstere Rauch der jeden Morgen aus Londons Schornsteinen aufsteigt. Verzweiflung und Witz sind die beiden Grundsäulen der Stimmung. Der Film gleitet dabei aber nie zu sehr in ein Extrem ab und schafft es durch die Freude der Resignation und Kaputtheit einen immer wieder in seinen Bann zu ziehen. Darüber hinaus ist es die Geschichte von zwei Menschen, die sich gegenseitig runterziehen, wie auch die Geschichte von zwei Freunden, von denen der eine den Ausstieg schafft und der andere zu einem endlosen Leben in diesem Sumpf verdammt zu sein scheint. Wer auf Old-School Rock und 60s Musik steht wird in diesem Film nicht enttäuscht werden. Den Abschluss des Filmes bildet ein grandios vorgetragener Shakespeare. Sehenswert!

Fazit

Dieser Film ist ein wirklicher Geheimtipp und ich bin sehr froh, dass mein Mitbewohner ihn mir einst zeigte! Danke Ray.

Bewertung:

Trailer

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