Real Steel (2011)

Handlung

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist Boxen eine sehr beliebte Sportart. Allerdings sind die Kämpfer keine Menschen. Menschliche Boxer sind mittlerweile out und der neuste Trend sind ferngesteuerte boxende Roboter. Charlie Kenton (Hugh Jackman) ist ein abgehalfterter ehemaliger Boxprofi, der es nie zum Titel geschafft hat, weil der Sport sich verändert hat und nur noch schwere Maschinen in den Ring stiegen. So hält er sich als Manager für Roboterkämpfe mehr schlecht als recht über Wasser, hat ständig Schulden und unangenehme Zeitgenossen, die diese eintreiben wollen (allen voran der Dauerfiesling Kevin Durand). Seine einzige wirkliche Stütze (und potenzieller Love Interest) ist Bailey (Evangeline Lilly), die Tochter seines verstorbenen Trainers und eine gewiefte Technikerin. Doch ales ändert sich für Charlie, als er einige Monate mit seinem Sohn Max (Dakota Goyo), mit dem er nie Kontakt hatte, verbringen muss. Auf der Suche nach Ersatzteilen auf einem Schrottplatz finden die beiden einen ausrangierten Sparrings-Roboter, den Max Atom tauft. Trotz Charlies anfänglicher Bedenken, wird Atom in Underground Boxkämpfen eingesetzt und hat nach kurzer Zeit durchschlagenden Erfolg. So dauert es nicht lange, bis das Trio sich auf direktem Weg zum Titelkampf in der offiziellen Roboter-Boxing Liga sich befindet und Charlie währenddessen lernt, was es bedeutet, Vater zu sein.

Kritik

Shawn Levy ist kommerziell einer der erfolgreichsten Hollywood Regisseure der letzten Jahre. Seine Kinokarriere begann mit kleinen Erfolgen wie Lügen haben Kurze Beine und Voll Verheiratet, bis er mit dem Remake von Im Dutzend Billiger seinen ersten richtig großen Hit landete. Nur drei Jahre später lieferte er seinen bislang größten Blockbuster ab – Nachts im Museum, welcher 2009 eine ebenfalls erfolgreiche Fortsetzung nach sich zog. Bislang hat Levy keinen einzigen finanziellen Flop abgeliefert. Doch wo die Box-office Götter auf seiner Seite waren, blieb ihm Erfolg mit Kritikern bislang versagt. Denn was seine Filme auch immer gemeinsam hatten und was sicherlich auch zu deren Erfolg beitrug war, dass Levy seine Filme immer auf den möglichst kleinen gemeinsamen Nenner brachte und dadurch künstlerisch sich überhaupt nicht hervorgetan oder Anzeichen einer Vision gezeigt hat.

Als Real Steel als sein neustes Projekt angekündigt wurde, klang dieser Rocky-trifft-Transformers Genremix nicht unbedingt vielversprechend. Umso mehr überrascht es mich zu verkünden, dass Levy hiermit seinen bislang besten Film abgeliefert hat. Zwar ist dies angesichts seiner Filmografie keine gewaltige Aussage, zeigt aber Schritte in die richtige Richtung.

Während das Marketing von Real Steel vor allem bombastische Roboter-Action à la Transformers verspricht ist der Film in seinem Herzen ein Vater-Sohn-Familienfilm und zugleich ein waschechter Sportfilm, wennauch die Sportler wahrhaftig aus Stahl sind. Mit viel Originalität, was die Handlung angeht, kann Real Steel immer noch nicht punkten. Das Ganze läuft unglaublich präzise nach dem Rocky Schema ab. Auch die Vater-Sohn Annäherung hat man schon so sehr oft gesehen. Dennoch retten gute Darsteller, beeindruckende visuelle Reize und gut ausgespielte Dramatik den Film ziemlich gut. Allen voran ist natürlich Hugh Jackman, der den Film vorne und hinten trägt. Er spielt sein natürliches harter-Kerl-mit-weichem-Kern Charisma aus, sodass man ihm alle Aspekte seiner Rolle abkauft und er nie lächerlich rüberkommt, wenn er tonnenschwere Kampfroboter steuert. Dakota Goyo ist zwar nicht der beste Kinderschauspieler der letzten Zeit, spielt seine Rolle aber passabel genug und hat eine relativ gute Chemie mit Jackman. Letzteres kann auch über Lost-Alumna Evangeline Lilly gesagt werden. Die mögliche Love Story zwischen Jackman und ihr wird nie in den Vordergrund gestellt, die unterschwellige Chemie ist aber fortwährend vorhanden. Nur der ansonsten immer überzeugende Anthony Mackie wird mit einer undankbaren Rolle abgetan, in der er nichts von seinem schauspielerischen Können unter Beweis stellen kann.

Aber wie schon erwähnt ist dies die Geschichte von drei Charakteren – Charlie, seinem Sohn und deren Roboter. Die Vater-Sohn Story folgt erwarteten Mustern funktioniert aber trotzdem gut auf emotionaler Ebene. Atom, der Kampfroboter der beiden, ist ein effektetechnisch sehr beeindruckend in die Szene gesetzter Charakter. Leider schafft Levy es nicht, wie es vielleicht zu erwarten wäre, Atom eine Persönlichkeit zu verleihen. So bleibt er mehr ein Mittel zum Zweck, um die Story voranzutreiben. Man fiebert bei den sehr gut inszenierten Kämpfen zwar mit, aber mehr für Charlie und Max, als für Atom selbst. Was die Kämpfe und die jeweiligen Gegner von Atom angeht, da hat Levy und sein Effekte- und Produktionsdesign-Team ganze Arbeit geleistet. Alle Roboter sind einzigartig und fotorealistisch in Szene gesetzt. Diese Maschinen brauchen sich vor Michael Bays Transformers nicht zu verstecken. Wenn ein Schlag fällt, so spürt ihn schon fast der Zuschauer, obwohl es nur Millionen von Pixeln auf der Leinwand aufeinander losgehen. So mangelt es keinem Kampf an Dramatik, auch wenn der Ausgang so gut wie immer bekannt scheint.

Es tauchen trotz allem natürlich noch einige üblichen Levy-Schwächen auf. Dazu gehören überzeichnete eindimensionale (menschliche) Bösewichte und ein eher lächerlicher Max-Atom Tanz, den die beiden vor jedem Kampf aufführen, was wohl das jüngere Publikum vor allem ansprechen soll. Diese leichte Unklarheit über das Zielpublikum zieht sich durch den ganzen Film. Will er nun eher die Familien mit Kindern, Sportfans oder Science-Fiction Action-Fans ansprechen? Er schafft ein bisschen von alldem, wird aber keiner Zielgruppe ganz gerecht. Dennoch ist der Film ein deutlicher Schritt nach vorne für Levy und liefert gute Unterhaltung ab.

Fazit

Trotz eines bizarren Konzepts, einiger Drehbuchschwächen und mangelnder Originalität ist Real Steel ein in großen Teilen mitreißendes Sportdrama und eine einfühlsame Vater-Sohn Geschichte.

Bewertung:

Trailer

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