Mission: Impossible – Phantom Protokoll (2011)

Handlung

Einige Zeit ist seit den Ereignissen des dritten Mission: Impossible Films vergangen. Die IMF (Impossible Mission Force) Legende Ethan Hunt (Tom Cruise) schmort für ein unbekanntes Verbrechen in einem russischen Hochsicherheitsgefängnis. Trotz der üblichen Vorgehensweise aufgeflogene Agenten abzustreiten, wird Hunt von zwei IMF Kollegen, der Feldagentin Jane Carter (Paula Patton) und dem Techniker Benji Dunn (Simon Pegg) in einer spektakulären Aktion befreit. Doch dies hat einen Haken. Hunt kommt nur frei, weil er dringend einen wichtigen Auftrag erledigen muss, bei dem es um gestohlene Abschusscodes für die russischen Nuklearwaffen geht. Was am Anfang als ein Routineauftrag für das Team erscheint, wird zu einer Falle, bei dem die drei hereingelegt werden und ganz Kreml in Schutt und Asche gelegt wird. Das Desaster wird den Agenten in die Schuhe geschoben, welche nun als Terroristen gelten. Als dann auch noch der Leiter des IMF (Tom Wilkinson) vor seinen Augen umgebracht wird, wird es Ethan Hunt klar, dass er zusammen mit den verbliebenen Agenten, sowie dem Analysten William Brandt (Jeremy Renner), der das eine oder andere Geheimnis verbirgt, den wahren Terroristen  stellen muss (Michael Nyqvist), bevor er einen nuklearen Holocaust auslöst. Die Jagd nach ihm und den Codes führt das Team von Moskau über Dubai bis nach Mumbai.

Kritik

Es ist nun 15 Jahre her, seit die erste Adaption der erfolgreichen Agenten-Serie die Leinwände erreichte. Brian De Palmas Film war ein überragender finanzieller Erfolg, wurde aber von den Kritikern eher gemischt aufgenommen, die zwar die Thriller-Aspekte und einige hervorragend inszenierte Spannungsmomente lobten, aber die Komplexität des Plots bemängelten. Als dann vier Jahre später John Woo den zweiten Mission: Impossible Film inszenierte, wurde dieser zwar noch erfolgreicher, die Reaktionen der Kritiker fielen aber noch negativer aus. Diesmal wurden gerade der generische Plot und eine Unzahl an logischen Lücken beklagt, die für spektakuläre Action in dieser Tom Cruise One-Man-Shwo in Kauf genommen wurden. Die mittelmäßige Reaktion auf diesen Film, sowohl die Ausfälle von Tom Cruise abseits der Leinwände werden auch als Grund angeführt, warum der dritte Film, der 2006 herrauskam, finanziell ziemlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Dabei erntete der von JJ Abrams (TV Hits Alias, Lost und Fringe) gemachte Streifen die besten Rezensionen der Serie bis dato. So wurde die reichlich verrückte Handlung etwas aufs Korn genommen und die Teamarbeit rückte (wie es in der TV-Serie immer der Fall war) mehr in den Vordergrund.

Genau hier setzt auch der vierte Film ein. Zum ersten Mal in der Mission: Impossible Filmreiehe ist ein Film nicht völlig losgelöst von dem Vorgänger. Nicht nur, dass es diverse inhaltliche Verknüpfungen und Anspielungen gibt, welche z. B. die Abwesenheit von Ethan Hunts Ehefrau aus Teil drei erklären und die eine oder andere Überraschung servieren. Es ist außerdem so, dass neben Ving Rhames (hier leider nur auf einen winzigen Gastauftritt reduziert) und Tom Cruise zum ersten Mal ein Schauspieler aus einem der vorangegangenen Filme wieder auftaucht. Es ist der britische Komiker Simon Pegg, der als Technik-Genie im Vorgänger eine eher kleine Rolle hatte und hier zu einem vollständigen Mitglied des Teams ausgebaut wurde. Dies war auch eine gute Idee, denn mit seinem tollen Timing für Witze und seiner Interaktion mit Jeremy Renners Charakter stellt Pegg sicher, dass Mission: Impossible – Phantom Protokoll mit Sicherheit der witzigste Film der Reihe ist. Ferner kehrt JJ Abrams zwar nicht zurück an den Regiestuhl, bleibt aber als Produzent am Bord, was in dem Film immer noch deutlich spürbar ist, so zum Beispiel an starken Frauencharakteren wie Paula Pattons Agentin oder Léa Seydoux’ Killerin Moreau, welche mit ihrem Engelsgesicht und einer tödlichen Effizienz einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Während der neue Mission: Impossible Film nicht zwingend ein Musterbeispiel an Originalität ist, fühlt er sich trotzdem sehr erfrischend an. In keinem Moment nimmt sich der Film zu Ernst und weiß genau, was das Publikum von ihm erwartet. Es wird knallharte Action in Massen geliefert, gute Sprüche und spektakuläre Locations. Der neue Regisseur, Brad Bird, stellt sich als ein wahres Naturtalent für die Inszenierung von spektakulärer Action vor spektakulären Kulissen heraus. Bird, der vorher nur Animationsfilme gedreht hat (unter anderem Pixars Oscar-prämierte Die Unglaublichen und Ratatouille), hat ein Auge für das, was das Publikum begeistert und fesselt. So kommt in keiner Sekunde des Films Langeweile auf und im Gegensatz zu vielen Actionstreifen der Moderne werden die Actionszenen nicht durch schnelle Schnitte und eine wackelige Kamera ruiniert. Zu den spektakulärsten Szenen gehören das Erklimmen des höchsten Gebäudes der Welt, des Burj Khalifa in Dubai, eine Autoverfolgungsjagd mitten in einem Sandsturm und der finale Showdown in einem hoch automatisierten Parkhaus in Mumbai. Dies ist ein  visuelles Spektakel, ein Film, der dazu bestimmt ist, auf großer Leinwand gesehen zu werden.

Neben der eingangs erwähnten Kontinuität, welcher sich dieser Film annimmt, ist eine weitere Neuerung die Motivation des Bösewichts. Während diese in den Vorgängern immer von einem finanziellen Interesse geprägt wurde, ist der Antagonist dieses Films, der schwedische Kurt Hendricks, einfach ein Wahnsinniger, der an eine bessere Welt glaubt, sobald sie erst einmal durch einen Nuklearkrieg zwischen USA und Russland zerstört worden ist. Michael Nyqvist, bekannt aus der schwedischen Adaption der Millennium Trilogie, mimet den Irren routiniert, aber überzeugend. Der wahre Star ist hier immer noch das IMF Team. Noch weniger als in den Vorgängern steht hier Tom Cruise im Vordergrund, wenn auch sein Charakter Ethan Hunt, trotzdem der Anführer des Teams bleibt. Die Erfolge hier hängen von gut funktionierender Teamarbeit ab und die Darsteller des Teams (Cruise, Renner, Patton und Pegg) arbeiten hervorragend zusammen und liefern ein sehr überzeugendes Bild ab. Auch wurde den Charakteren, insbesondere Renners Brandt, der als potenzieller Nachfolger für Tom Cruise gehandelt wird, sollte dieser die Serie eines Tages verlassen, mehr Tiefe gegeben, als man in so einem Actionstreifen erwarten würde.

Mit Mission: Impossible – Phantom Protokoll hat Brad Bird den besten Actionfilm des Jahres abgeliefert, einen tollen Sommer-Blockbuster wie dieser im Buche steht – nur, dass er im Dezember erscheint. Die Schauwerte sprechen für sich, die Besetzung agiert sehr motiviert und der Film unterhält wie kein anderer dieses Jahr. Dass dies nicht auf jeder Ebene ein Meisterwerk ist, versteht sich von selbst. Allzu viel Logik, Realismus (wie viele gebrochene Knochen müsste Ethan Hunt am Ende des Films mittlerweile haben?!) und Tiefgang sind nicht zu erwarten, aber das ist den Machern die ganze Zeit bewusste gewesen. Sie filterten die Essenz dessen heraus, was einen richtig guten Mission: Impossible Film ausmachen sollte und setzten dies gekonnt um.

Fazit

Mission: Impossible – Phantom Protokoll ist ein Feuerwerk an Action, exotischen Schauplätzen, technischen Spielereien und reichlich Nervenkitzel bei dem die 133 Minuten Laufzeit wie im Flug vergehen.

Bewertung: 

Trailer

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