Contraband (2012)

Handlung

Chris Farraday (Mark Wahlberg) war mal ein Meisterschmuggler in New Orleans und schaffte alles über den Hafen ins Land, solange die Bezahlung stimmte. Nachdem aber sein Vater, ebenfalls ein berüchtigter Schmuggler, erwischt wurde und ins Gefängnis gehen musste, beendete Farraday seine kriminelle Karriere, um für seine Frau Kate (Kate Beckinsale) und seine beiden Söhne da zu sein. Doch sein bürgerliches Leben hat ein jähes Ende, als Kates Bruder Andy (Caleb Landry Jones), der sich auch am Schmuggeln versucht, plötzlich in der Schuld des Gangsterbosses Briggs (Giovanni Ribisi) steht. Für diesen sollte er nämlich fünf Kilo Kokain schmuggeln, welche er aber vom Schiff entsorgte als die Zollkontrolle anrückte. Um das Leben seines Schwagers zu retten und die Schuld zu begleichen, muss Farraday widerwillig ein Team zusammenstellen, um sich ein weiteres Mal in das illegale Geschäft zu begeben. Der Plan besteht darin, mehrere Millionen Dollar an Falschgeld aus Panama in die Staaten zu schmuggeln. Währenddessen soll Farradays ehemaliger Partner und sein bester Freund Abney auf seine Familie aufpassen, denn Briggs schreckt nicht davor auch diese zu bedrohen. In Panama angekommen, geht aber erwartungsgemäß mehr schief als es den Schmugglern lieb wäre und die Mission wird zu einem Spiel auf Leben und Tod.

Kritik

Ausländische Regisseure, die nach Hollywood kommen, nachdem sie in ihrer Heimat einen bedeutsamen Hit landen konnten ist kein neues Konzept. Doch insbesondere in letzter Zeit scheint es immer häufiger vorzukommen. Gleiches gilt für die Remakes dieser erfolgreichen ausländischen Produktionen. So kam mit Safe House kürzlich der neue Denzel Washington Action-Kracher in die Kinos, welches von dem Schweden Daniel Espinosa inszeniert wurde. Ihm gelang der internationale Durchbruch mit Snabba Cash, welcher wiederum bald eine Neuverfilmung erfahren wird. Eins der bekanntesten Beispiele der letzten Jahre ist sicherlich Timur Bekmabetov, der mit den Wächter der Nacht und Wächter des Tages Filmen alle Rekorde in seiner russischen Heimat brach, bis es ihn nach Hollywood verschlug, wo er ebenfalls einen großen Hit mit Wanted landete.

Etwas seltener ist der Fall, dass ein ausländischer Film vom Hauptdarsteller des Originals neu aufgelegt wird. Genau dies ist hier der Fall. Baltasar Komákur spielte in dem Streifen Reykavík Rotterdam, auf dem dieser Film basiert, die Hauptrolle unter der Regie von Óscar Jónasson. Kormákur ist allerdings auch seines Zeichens Regisseur, der mit 101 Reykjavík sein Debüt feierte und prompt einen internationalen Hit landete. Danach drehte er schon einige englischsprachige Filme wie A Little Trip to Heaven und Run for Her Life. Contraband stellt jedoch bei weitem seinen bislang größten Film in Hollywood dar.

Der Grund weshalb ausländische Regisseure in Hollywood durchaus willkommen sind und deren Arbeit oft interessant zu verfolgen ist, weil sie oft etwas Neues mit sich bringen und auch alten Stoffen oft einen unkonventionellen frischen Anstrich geben können. Dies ist bei Contraband nicht der Fall. Wir haben es mit einem durch und durch konventionellen und ziemlich geradlinigen Thriller zu tun der Marke „ein allerletztes Mal noch vor dem endgültigen Ruhestand“. In puncto Originalität hat der Film wirklich nicht viel zu bieten, doch das schadet dem Film nicht sonderlich. Wer den Trailer gesehen hat, weiß schon, was einen erwartet und viel mehr will der Film eigentlich auch nicht sein. Der fehlende Ehrgeiz soll hier aber auch gar nicht wirklich bemängelt werden. Manchmal reicht einfach nur grundsolide Unterhaltung der alten Schule und das wird hier geboten. Mark Wahlberg ist, mit wenigen Ausnahmen, nicht für ein großartiges schauspielerisches Talent und ein Händchen für Charakterrollen bekannt, doch Actionthriller machen – das kann er gut. Das hat er zu Genüge mit Filmen wie Shooter und Vier Brüder bewiesen. In Contraband bleibt seine Figur stets eindimensional und Wahlberg schlafwandelt stoisch durch die Rolle, die irgendwie dennoch ganz auf ihn zugeschnitten ist. Ben Foster spielt Mal wieder eine leicht durchgedrehte Rolle, etwas was er schon diverse Male mit Bravour gemeistert hat. Ebenso wie Wahlberg ist der Film keine Gelegenheit für ihn, seine Fähigkeiten zu erweitert und er greift auf das Altbewährte zurück – und es funktioniert. Kate Beckinsale ist hier wenig mehr als eine Möglichkeit, den Plot in die gewünschte Richtung voranzutreiben und Giovanni Ribisi liefert den unglaublich generischen Drogendealer ab, zu wessen besonderer Charakterisierung wohl eine kurze Einblendung seiner kleinen Tochter dienen soll – der Böse ist also auch nur ein Mensch! J. K. Simmons als Schiffskapitän auf dem Schiff, auf dem die Ware reingeschmuggelt wird, ist, nun ja, J. K. Simmons.

Doch die durchweg routinierte Inszenierung und die dargelegten stereotypischen Charaktere schaden dem Spaß nicht. Vielmehr ist es die alte Schule eines Thrillers, die archetypischen Charakteren und bekannten Situationen. In der Tat bekommt man hier nichts Neues, doch man leistet sich auch keine wirklichen Patzer. Die Handlung kommt relativ flott voran und die Operation von Farraday und seinen Männern ist durchaus spannend. Allein, was das Ende des Films angeht, wünscht man sich doch etwas, dass die Filmemacher etwas Mut bewiesen hätten und nicht in letzter Sekunde das Ruder doch zu einem altbewährten Ende herumgerissen hätten. Doch auch dies passt wohl zu dem Film.

Fazit

Contraband ist ein handwerklich sehr solider Thriller, der alle Erwartungen der Zuschauer erfüllt und nie den Ehrgeiz hat, über diese hinauszugehen.

Bewertung: 

Trailer

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