Devil Inside (2012)

Handlung

Maria Rossi (Suzan Crowley) ermordete 1989 im Verlauf eines missglückten Exorzismus drei Menschen. Die Katholische Kirche sorgte dafür, dass die Frau in einer psychiatrischen Anstalt in Rom untergebracht wird. Mehr als zwanzig Jahre später reist ihre Tochter Isabella (Fernanda Andrade) nach Rom, um der Vergangenheit auf den Grund zu gehen. Begleitet wird sie von einem Kameramann, denn das Unterfangen ist Teil einer Dokumentation über den Fall und den Exorzismus im Allgemeinen. In Rom angetroffen ist anfangs skeptische Isabella schnell davor überzeugt, dass es beim Exorzismus um eine tatsächliche Methode zur Austreibung von Dämonen handelt. Ferner wird ihr klar, dass ihre Mutter immer noch von den bösen Mächten besessen ist. Um die Seele ihrer Mutter zu retten (und dabei einen beeindruckenden Doku-Film abzuliefern) verbündet sich Isabella mit zwei jungen Pristern, die heimlich Exorzismen durchführen, welche die Heilige Kirche nicht abgesegnet hat. Gemeinsam wollen sie das beenden, was man vor über zwanzig Jahren angefangen hat.

Kritik

Bei Devil Inside handelt es sich, um die Verbindung zweier Trends aus dem Horrorgenre in Hollywood. Zunächst haben wir den Exorzismus-Film, der seit dem Genreklassiker Der Exorzist nie wirklich aus der Mode kam und in den letzten Jahren mit Erfolgen wie Der letzte Exorzismus und Der Exorzismus von Emily Rose ein Revival feierte. Die zweite Richtung betrifft den Filmstil. Devil Inside ist der neuste Vertreter des „found footage“ Subgenres, bei dem im Doku-Stil suggeriert werden soll, dass es bei den gezeigten Ereignissen um wahre Geschehnisse handelt. Diese Richtung wurde sehr erfolgreich mit Blair Witch Project im Jahre 1999 eingeschlagen und seitdem gab es keinen wirklich Abbruch beim Erfolg. Vielmehr weitete sich dieser Filmstil auf verschiedene Genres aus, von Komödien (Project X) über Sci-Fi Abenteur (Chronicle) bis hin zu Monster-Blockbustern (Cloverfield). Die Kennzeichen der „found footage“ Filme sind unbekannte Schauspieler, ein relativ geringes Budget und eine ständig verwackelte Kamera.  Die gleiche Konbination von Fake-Doku und Exorzismus Horror gab es schon mehr oder minder erfolgreich bei dem Film Der letzte Exorzismus von 2010. Doch es war vielmehr der durchschlagende Erfolg der eigenen „found footage“ Horrorreihe Paranormal Activity, die Paramount dazu inspiriert hat, einem Projekt wie Devil Inside das grüne Licht zu geben.

Finanziell hat sich die Investition mehr als ausgezahlt. Bei einem Budget von nur knapp $1 Mio, spielte der Film bereits am Startwochenende in den USA über $33 Mio ein. Dass es sich dabei um einen eher unbefriedigenden und schnell heruntergekurbelten Film handelt, zeigte sich bereits eine Woche später als der Film um über 76% nachgab und nach fünf Wochen fast vollständig aus den Kinos verschwand. Dies ist wenig überraschend, denn Devil Inside ist wirklich wenig mehr als ein Versuch auf der Erfolgswelle von Paranormal Activity und Co mitzuschwimmen. Obgleich die Paranormal Activity Filme schon kein Musterbeispiel an Kreativität und Originalität sind, so warten diese Filme dennoch mit einem interessanten Plot und einer spannungsgeladenen Atmosphäre auf. Der letzte Exorzismus hingegen konnte mit seinem schwarzen Humor punkten. Bei allen diesen Filmen sieht man das tatsächliche Interesse der Filmemacher die Zuschauer zu erschrecken und in die Handlung einzubinden, wenn dies auch nicht zu jeden Zeitpunkt gelingt. Bei Devil Inside hat man viel eher das Gefühl, das man wieder alte Brötchen aufbackt und von anderen (besseren) Filmen zum vom Anfang an berechneten Erfolg mitgezogen wird.

Alle handelsüblichen Klischees und Überraschungsmomente werden ausgespielt. Der Film bietet in seiner kurzen Laufzeit (unter 80 Minuten ohne den Abspann) diverse Wendungen, von denen aber jede einzelne meilenweit voraussehbar ist. Es gibt tatsächliche einige spannende Stellen und bei den ersten Exorzismus-Szenen schöpft man tatsächlich Hoffnungs für einen spannenden Film. Doch diese erweist sich später als unbegründet. Dumme Charaktere, noch dümmere Dialoge („Er steht unter viel Stress“ wird als beiläufige Erklärung zu der Tatsache geliefert, dass ein Priester bei der Taufe ein Baby fast ertränkt hat) und laienhafte schauspielerische Leistungen erlauben es einfach nicht diesen Streifen ernst zu nehmen. William Brent Bell hat sich in seiner Regieführung seit seinem letzten Film, dem lahmen Videospielhorror Stay Alive nicht merklich gebessert. Tatsächlich ist dieser Streifen nicht schlechter als der auf Hochglanz polierte und mit Anthony Hopkins gut besetzte, aber zugleich gähnend langweilige The Rite – Das Ritual vom letzten Jahr. So ist es zumindest lobenswert, dass die Macher hier für das viel kleinere Budget das Gleiche schaffen, wie bei einer deutlich größeren Hollywood-Produktion. Viel ist es leider dennoch nicht. Das schamlos auf eine Fortsetzung ausgelegte Ende hinterlässt ebenfalls einen sehr faden Nachgeschmack.

Fazit

Mit Ausnahme einiger spannender Momente ist Devil Inside ein müder Abklatsch besserer Filme, der vor allem durch seinen unfreiwilligen Humor unterhält.

Bewertung: 

Trailer

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