Archiv des Autors: casperoni

Der Gott des Gemetzels (2011)

Die gelungene Vefilmung eines französichen Kammerspiels

Handlung

Es treten in den Ring: Familie Longstreet, bestehend aus der angehenden Schriftstellerin Penelope (Jodie Foster) und Verkäufer Vater Michael (John C. Reilly) sowie den Cowans, bestehend aus dem eiskalten Pharma-Anwalt Alan (Christoph Waltz) und Investmentberater-Püppchen Nancy (Kate Winslet). Vier Erwachsene – alle Eltern – und eine Großstadt Wohnung! Der Anlass für das kleine Treffen ist ein Streit ihrer Kinder.  Sohn der Cowans soll dem Sohn der Longstreets in der Schule ein Paar mit der Fahrradpumpe gegeben haben, dabei sollen zwei Zähne und eine Lippe zu Schaden gekommen sein. Und ja sie sind alle sehr kultiviert und klären Konflikte mit sachlichen Gesprächen, so wie der moderne Mensch es handhabt. Schon schnell wird aber klar, dass die Aggressionen in der Tiefe schlummern und nur darauf warten auszubrechen, denn die Vier haben nicht gerade viele charakterliche Ähnlichkeiten, von ihren Weltanschauungen mal ganz zu schweigen. Alle haben ihre Art und Weise mit dem Konflikt umzugehen.

Penelope gibt sich als niemals fehlbarer Gutmensch mit einem hartnäckigem, zwanghaft moralischem Bestreben. Sie ist der Meinung das durch Bildung und Kultur in der Zukunft der Menschheit jedes Übel aus dem Weg geräumt werden kann. Ihr Ehemann Michael ist da praktischer veranlagt und versucht jede Form von Reibung mit ein paar übertoleanten Sprüchen, Komplimenten und gespieltem Interesse wegzuspülen und pocht darauf, dass man ja für Alles Verständnis aufbringen kann. Später im Film jedoch stellt er sich noch als ganz großer angepasster Zyniker heraus. Nancy ist die gute Ehefrau und Mutter. Makellos und besorgt versucht sie allen voranpirschenden Anschuldigen (zunächst) einen Raum für Verständnis zu geben. Doch schnell wird klar, ihre aufpolierte perfekte Business-Attitüde ist nichts weiter als ein falsches Spiel, bei vorgehaltener Hand. Spätestens beim zweiten Glas Scotch platzt alles aus ihr heraus. Ihr Ehemann Alan ist ein Klischee für seine ganze Branche. Er ist kalt, unbeteiligt und auf sich bezogen. Ihn interssiert die ganze Sache von Anfang an nicht und macht auch keinen großen Hehl daraus, dass er eigentlich besseres zu tun hat. Er telefoniert lieber alle paar Minuten mit seinen Kollegen und versucht über die Ferne eine Strategie auszutüfteln, wie das Image für ein neues Medikament seines Konzerns, welches als gefährlich eingestuft wurde, noch zu retten ist. Irgendwann sind die Fassaden zwischen den Vieren gebrochen und es beginnt ein gnadenloses verbales Gemetzel. Weiterlesen

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Eternal Sunshine of the Spotless Mind (Vergiss mein nicht!, 2004)

Ein Film über die Liebe wie sie nur selten dargestellt wird.

Handlung

Eines morgens erwacht Joel aus dem Schlaf. Er sieht sehr zerknittert aus und quält sich aus dem Bett auf den Weg zur Arbeit. Doch da überkommt ihn ganz seltsamer Impuls: Er flüchtet urplötzlich vom Bahnhof und fährt für einen Tag ans Meer. Er sagt es selbst: „Ich bin eigentlich nicht depressiv“. Doch genau so wirkt er. Außerdem wundert er sich, wer aus seinem Notiz-Tagebuch Seiten rausgerissen hat. Er kann sich nicht erinnern. Auf der Fahrt zurück begegnet er einer Frau – Clementine. Sie wechselt ständig ihre Haarfarbe und macht verglichen mit ihm einen lebhaften, quirligen Eindruck. Eine Begegnung zweier ungleicher Menschen. „Zufällig“ wohnen sie in derselben Stadt. Noch in derselben Nacht besuchen sie einen zugefrorenen See. Es scheint sich eine Romanze zu entwickeln. Schnitt. Zukunft? Clementine und Joel sind getrennt. Er ist völlig am verzweifeln. Als er ihr ein Versöhnungsgeschenk machen möchte erkennt sie ihn nicht mehr und hat noch dazu einen neuen Liebhaber. Wie Joel herausfindet hat sich Clementine durch ein neues Verfahren der Firma „Lacuna Inc.“ ihre gesamten Erinnerungen an ihn auslöschen lassen. Er kann es nicht ertragen und zieht nach. Während er sich seine Erinnerungen an sie löschen lässt fällt ihm auf, dass er dies eigentlich garnicht möchte. Eine Verfolgungsjagd durch Joes Erinnerngen beginnt, die viel davon zeigen, wie die Beziehung wohl abgelaufen sein muss. Weiterlesen

Withnail & I (1987)

In England ein absoluter Kultfilm, hierzulande so gut wie garnicht bekannt. Schade! Sehr schade! Für alle Skeptiker: Die 80er-Streifen haben nicht immer nur den Bud Spencer und Robocop Charme.

Handlung

Eine WG im London zum Ende der sechziger Jahre, bewohnt von zwei arbeitslosen Schauspielern. Beide verwzeifelt, hoffnungslos und die meiste Zeit des Tages drauf. Alkohol, Cannabis, Amphetamine, Medikamente – alles was geht. Nichtmal vor Feuerzeugbenzin macht Withnail halt. Der Haushalt ein Schlachtfeld der Gleichgültigkeit. Ab und an besucht sie ihr Drogendealer Danny, der Augenringe hat, die wohl in der Maske mit zwei Zentimeter dickem Kajal aufgetragen werden mussten. Um es kurz zu sagen: Die beiden sind richtig fertig. Die einzige Lösung aus der depressiven Starre: Ein Urlaub muss her! Doch nur vorhin? Na klar! Withnails reicher und nicht zu knapp histrionisch verlanlagter Onkel Monty hat doch einen Zweitwohnsitz auf dem Lande. So beschließen die beiden für ein paar ruhige Tage zum ausnüchtern und klar kommen in die Provinz zu flüchten. Spätestens bei der Ankunft wird beiden jedoch wohl klar, dass sie eigentlich Stadtkinder sind und auf dem alten Anwesen kaum überlebensfähig. Doch das ist nur das geringste Problem, wäre da nicht ein unangekündigter Besuch… Weiterlesen